upliner | network news media

"Wer das sagt, ist zu faul!" - Im Gespräch mit Alexander Plath

Bewerte diesen Artikel
(8 Stimmen)
Jede Menge Zündstoff von und mit Alexander Plath! Jede Menge Zündstoff von und mit Alexander Plath! © Plath & Partner AG / upliner | network news media

Ab Mitte März startet bei upliner | network news media seine Wissensreihe "Zündstoff", wir sprachen im Vorfeld mit dem sympathischen Personality Coach, Alexander Plath, unter vier Augen über Auftritt, Wirkung und bleibende Eindrücke!

Herr Plath, die Medien schreiben oft über Sie "Der Experte für starkes Auftreten und Wirkung" und "In sieben Sekunden jeden überzeugen!". Uns bei upliner | network news media interessieren jedoch weniger die Lorbeeren und mehr die Taten. Ist es nicht etwas vollmundig, zu behaupten, in sieben Sekunden jeden überzeugen zu können?
Alexander Plath: In jedem Fall haben Sie in den ersten sieben Sekunden bereits einen starken ersten Eindruck davon hinterlassen, wohin dieses Interview gehen soll. (lacht) Ernsthaft, in den ersten 0,3-7 Sekunden einer Begegnung entscheidet sich, ob es gelingt, sein Gegenüber zu überzeugen oder nicht. Dies belegen Studien und bestätigt die Erfahrung meiner Seminarteilnehmer. Jeder Mensch kennt den Spruch vom ersten Eindruck, für den es keine zweite Chance gibt, doch bedauerlicherweise tun die wenigsten etwas dafür.

Das klingt ja fast wie ein Vorwurf?
Alexander Plath: Den Menschen etwas vorzuwerfen, würde mir nicht zustehen. Ich finde es nur bedauerlich, wie viele Menschen sich aus Unachtsamkeit oder mangelnder Vorbereitung das Leben unnötig schwer machen. Bedauerlicherweise erlebe ich dies besonders häufig bei Menschen mit großem Fachwissen und hoher Kompetenz.

Doch wir sind uns doch einig, dass Fachwissen und Kompetenz wichtiger als ein geschniegeltes Auftreten sind, oder?
Alexander Plath: Lassen wir das "geschniegelt" vorerst mal weg und reden wir über Auftreten und Wirkung im Allgemeinen. Die Frage, was ist wichtiger: Sein oder Schein, wird mir regelmäßig gestellt und ich kann darauf eine ganz klare Antwort geben. Beides ist wichtig und keines von beidem können Sie weglassen. Also, ohne Fachwissen und Kompetenz können Sie maximal kurzfristig erfolgreich sein, genauso wie Sie ohne einen guten Charakter kaum privates Glück finden werden. Doch was nutzen Ihnen Fachwissen und Kompetenz, wenn Ihr Auftreten in den Augen der anderen nicht ausreicht, damit sich diese für Ihr Fachwissen und Ihre Kompetenz interessieren. Es ist keine Frage des Entweder-Oder, sondern eher eine Frage, was zuerst kommt.

Frage: Auf Ihrer Website habe ich von einer Studie gelesen, dass Erfolg angeblich zu 90% aus Auftreten und Bekanntheit und nur zu 10% aus Fachwissen und Kompetenz besteht. Das ist doch eine recht provokative These und fällt sicherlich den meisten schwer zu glauben...
Alexander Plath: 90% des Erfolges aus Auftreten und Bekanntheit ist keine These, sondern das Ergebnis einer Studie, andere Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Fachwissen und Kompetenz sind mittlerweile mehr die Pflicht und es gibt immer mehr Menschen, die gut ausgebildet und kompetent sind. Den Unterschied machen Sie in der Regel in der Tat über Ihr Auftreten und Ihre Bekanntheit. Natürlich hängt die Bekanntheit auch von Ihrem Fachwissen und Ihrer Kompetenz und natürlich auch Ihrer Fähigkeit, souverän, sympathisch und kompetent zu wirken, ab. Für Fachwissen und Kompetenz sorgen die meisten Menschen von selbst und bilden sich meist in ihrem Fachgebiet regelmäßig weiter. Doch am "sich selbst verkaufen" hapert es oft gewaltig.

Frage: Sie sagen also, dass die Menschen eher bereit sind, Geld für fachliche Weiterbildung als für Weiterbildung in den berühmten sozialen oder auch weichen Faktoren auszugeben?
Alexander Plath: Ja, das zeigen die Buchungszahlen und das ist meine Erfahrung.

Frage: Eine Idee, warum das so ist?
Alexander Plath: Mehr als nur eine Idee: Zum einen habe ich bei Fachseminaren das schnellere Erfolgserlebnis. Ist das Seminar abgeschlossen, habe ich mir das Wissen "draufgeschafft" und kann meist direkt einen Haken dran setzen. Fachseminare sind also einfacher und tun weniger weh. Und auch Unternehmen begehen oft den Fehler, sich vor allen Dingen auf Fachwissen zu konzentrieren, weil es im unternehmerischen Denken des "return on investment" scheinbar zu schnelleren Ergebnissen führt."

Frage: Was meinen Sie mit "tut weniger weh"?
Alexander Plath: An einem souveränen, sympathischen Auftreten und einer kompetenten Wirkung zu arbeiten, bedeutet, sich selber den Spiegel vorzuhalten und vor allem die Welt aus der Sicht seines Kunden zu betrachten. Das ist unbequem und tut manchmal in der Tat richtig weh, weil es ein Prozess der Selbsterkenntnis ist. Doch Wachstum findet vor allen Dingen dann statt, wenn es zu unbequem wird, also außerhalb unserer Komfortzone.

Frage: Und die wollen die Menschen nicht verlassen?
Alexander Plath: So sind wir Menschen von der Natur aus geschaffen. Wir verlassen unsere Komfortzone nur, wenn es einen dringenden Grund dafür gibt. Also wenn der Leidensdruck groß genug wird oder die Belohnung außerhalb der Komfortzone attraktiv genug ist.

(Seite 1 von 2)
« PrevAll PagesNext » (Seite 1 von 2)

© copyrighted Upliner Media Ltd. 2010 - 2014

TopDesktop version